vegan survivor… im Abgrund der Hölle (Bayern)
September 20, 2008 von lottka
2 Wochen Bayern fanden gestern ihren unübertroffenen Abschluss: Eine Einladung meines professors in eine ur-bayerische Gastwirtschaft, die sage und schreibe 1 vegetarisches Gericht (”vegan”? bitte was?!?) auf der Karte hatte, es war ein reines Schlachthaus und mein Professor aß vergnügt Kalbskopf und Kalbslunge. Mir blieb echt die Luft weg, der Geruch und die Speisekarte waren wirklich eine Zumutung. Auch wenn ich mich sonst nicht so anstelle… aber es ist sehr deprimierend, diese vergnügten, (dicken), biertrinkenden Menschen zu sehen, die jeden Bestandteil eines Tiers noch verwerten zu den perversesten Gerichten.
Das Essen in der Akademie, wo wir untergebracht waren, war allerdings dankbarer für vegane Ernährung. Es gab jeden Tag Obstkörbe und schüsselweise Nüsse, Kürbiskerne usw., so dass ich mir für tagsüber die Taschen vollpacken konnte. Und es gab sogar rein pflanzlichen Aufstrich, der mir aber schon aus den Ohren herauskommt. Natürlich musste ich einige Tage mit trockenem Reis und Salat überbrücken, aber dafür gab es auch ab und zu Tofuwürste. Und freitags wurde mir dann auch die heißersehnte Frage gestellt: “Essen Sie Fisch?” -Schön, wenn Vegetarier so etwas gefragt werden…
Ich habs aber irgendwie nicht gepackt, mich als Veganerin zu outen. Von 60 Tagungsgästen war ich die einzige “vegetarische” und die Küche war so nett und bemüht, dass ich die nicht vor den Kopf stoßen wollte. Ganz schöne Mentalitätsunterschiede da in Dunkelbayern… Aber es ist gut zu wissen, dass man auch bei solchen Aktionen vegan über die Runden kommt. Und in der Not rettet man sich eben an der nächsten Tankstelle mit ´ner Handvoll “Mr. Tom”.
Der Blick vom Steg am Starnberger See
Und icke in ´nem sagenhaften Baum mit ca. 20 Baumstämmen